Claudia am 07. Juni 2018 — 3 Kommentare

Selbstlose Liebe oder „nach mir die Sintflut“?

Das ist eine Wahl, zu der man im Prozess des Alterns immer wieder heraus gefordert wird. Erst ältere Menschen realisieren nämlich, dass sie sterblich sind, bzw. in absehbarer Zukunft höchstpersönlich sterben werden. Vorher wird es nur „gewusst“.

Wenn ich also demnächst sowieso nicht mehr mitspielen kann, warum dann noch Umwelt schützen, Klima retten, Energie sparen? (hier gerne andere Themen eigner Wahl einsetzen, es sind nur Beispiele). Was interessiert mich mein ökologischer Fußabdruck, wenn ich vielleicht schon bald nicht mehr laufen kann? Warum politisch informiert bleiben, mir eine Meinung bilden, womöglich aktiv sein? Sollen doch die Jungen machen… den Rest meiner plötzlich knapp gewordenen Zeit gilt „first Me“, denn sowas wie mein „Ich“ gibts ja bald nicht mehr!

So in etwa könnte sich die Haltung eines alternden Menschen entwickeln. Was lässt sich dagegen setzen?

Klar, Menschen mit Kindern und Enkeln sind häufiger motiviert, nicht zum totalen Egoisten zu mutieren. Und wer an ein Leben nach dem Leben glaubt, hat auch kein Problem.

Aber was ist mit den Anderen?

Entweder sie sind im Lauf des Lebens Liebende geworden, dann stellt sich die Frage nicht. Oder eben (leider…) nicht, dann gilt für sie „nach mir die Sintflut“.

Insofern ist es dann doch keine Wahl. Weil wir nun mal die sind, die wir im Lauf des Lebens geworden sind.

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Diskussion

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3 Kommentare zu „Selbstlose Liebe oder „nach mir die Sintflut“?“.

  1. Genau SO hatte ich es auf einmal bei meiner Mutter wahrgenommen, die sich plötzlich für nichts mehr interessierte, nur noch für sich selbst. Egal, ob es sich dabei um ein achtlos weggeworfenes Bonbonpapierchen handelte oder wo der Hund gerade hinkackte oder allgemeine politische oder gesellschaftliche Themen. Und das mit den Kindern und Enkelkindern stimmt nur sehr eingeschränkt. Denn inzwischen hat sie sich von uns allen abgewendet.
    Das hat uns alle sehr fassungslos gemacht und erst mit deinem Artikel kann ich das irgendwie in einen Zusammenhang bringen.
    Danke dafür!
    LG
    Sabienes

  2. Feine Beobachtung, Claudia!

  3. Ich danke Euch für die Kommentare. Dachte schon: der Beitrag ist echt zu grob, da sagt garantiert niemand was…

    Manchmal wunder ich mich dann, wenn in einigem Abstand dann doch noch was kommt – und freue mich!

    Hoffen wir, dass wir nicht so werden. Bzw. wenn, dann so spät wie möglich! Wenn es auch bei Menschen mit Kindern so verläuft, ist natürlich doppelt schlimm!

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