Claudia am 16. Oktober 2019 — 3 Kommentare

Emotionale Fitness: im Alter immer wichtiger

Überall wird gepredigt, dass man die körperliche Fitness üben und erhalten soll, um möglichst lange selbständig leben zu können. Auch die „geistige Fitness“ spielt eine Rolle, wenn übers Altern und die damit einher gehenden Veränderung geschrieben wird. Von der „emotionalen Fitness“ hab‘ ich bisher nichts gehört und gelesen. Dabei ist gerade sie unverzichtbar, um mit zunehmendem Alter nicht innerlich zu vergreisen!

Was meine ich mit „emotionaler Fitness“? Zum Beispiel

  • die Fähigkeit, Veränderungen zu verkraften. Sie nicht nur als Zumutung und Nerverei wahrzunehmen, sondern „das Beste daraus zu machen“,
  • die Neugier auf die Welt und andere Menschen nicht zu verlieren,
  • nicht ständig um eigene Befindlichkeiten und Wehwehchen kreisen,
  • ab und zu neue Aktivitäten beginnen, sich in Menschengruppen wagen, die man nicht schon kennt,
  • mit zunehmender Sensibilität gut umgehen lernen, damit diese nicht dazu führt, das man sich abkapselt,
  • die richtige Balance zwischen Gelassenheit und Mitgefühl bzw. Wut und Ärger hinbekommen,
  • jede kleine Gelegenheit zur Freude bemerken und gebührend wahrnehmen!

Als anschauliches Beispiel mag mein „erster Besuch in einem Pflegeheim“ dienen. Dabei wurde mir bewusst, wie sehr die eigene Haltung dazu beiträgt, ob man sich dort wohl fühlt oder nicht (mal vorausgesetzt, es ist nicht ein besonders übles Heim!). Es gibt dort Bewohner/innen, die alles ablehnen, was ihnen gut täte oder Freude machen könnte, weil sie es vorziehen, mit ihrem Schicksal zu hadern. Ziemlich verrückt, wenn es nun mal nicht mehr anders geht, oder?

Rechtzeitig beginnen, bewusster zu leben

Wenn es mal soweit ist, ist es allerdings zu spät, um noch groß etwas am eigenen Charakter zu verändern. Man muss rechtzeitig etwas dafür tun, um Veränderungen im Alter nicht nur noch als unerträgliche Zumutung zu empfinden. Sprich: emotionale Fitness üben, sich immer mal wieder selbst etwas Neues zumuten, unter Menschen gehen, die eigenen Vorurteile und die vielen fertigen Schubladen im Kopf nicht als der Weisheit letzter Schluss ansehen.

Um sich von den eigenen Emotionen nicht treiben zu lassen, hilft eine Praxis wie z.B. Yoga, aber auch andere, eher meditative, Entspannung und Achtsamkeit unterstützende Übungen.

Es gibt aber auch Menschen, die es ohne Übungen schaffen, emotional fit zu bleiben: offen für Neues, für andere Menschen – und nicht mehr so sehr darauf aus, etwas zu bekommen, sondern voller Freude über all die Möglichkeiten, zu geben.

Wer jetzt fragt „was kann ich schon geben?“ denkt vermutlich nur an Geld und materielle Güter. Aber ist es das, was Menschen wirklich begehren? Es scheint oft so, doch wollen nicht in Wahrheit alle gesehen, gewürdigt, geliebt werden? Jeder spricht von sich, aber wer hört eigentlich richtig zu?

Das nur mal so als Anregung!

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Diskussion

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3 Kommentare zu „Emotionale Fitness: im Alter immer wichtiger“.

  1. Ich war mit 10 Jahren so wenig wie mit 70 eine sportliche Person. Aber immer las ich alles, was mir in die Finger kam, bin noch heute „gesprächig“ und neugierig. Und manchmal denke ich bei den vielen sportlichen Gleichaltrigen mit Bedauern daran, dass deren Themen leider oft nur Gesundheit und Bewegung ist. Mal richtig lachen, auch über die eigenen Bemühungen, fehlt mir.
    So humorlos und verbissen an sich arbeiten kann ich nicht.
    So bin ich heute eine dicke Alte, und wenn nicht ein Wunder geschieht, werde ich auch übergewichtig sterben. Es stimmt übrigens keinesfalls, dass ich das Gesundheitssystem mehr als andere belastet habe, eher im Gegenteil. Meine Ernährung war und ist die, die immer empfohlen wird: frisch, viel Gemüse, täglich kochen, keine Säfte o.ä., kaum Süsses.
    So freue ich mich meines Lebens und bin zufrieden und dankbar.

  2. Hallo,
    ich finde es wichtig, sich die Neugierde bis ins Alter zu bewahren. Mehr raus gehen ins Freie, Spaziergänge machen, neue oder alte Hobbys ausprobieren, Menschen treffen, Gespräche, sich was gönnen und sei es ein Kuchenstückchen im Café. Wer immer nur im Haus ist, kommt nicht so leicht auf andere Gedanken. Alles dreht sich um das Gleiche.

    Liebe Grüße
    Renate

  3. Gerade habe ich diesen Blog erst entdeckt und freue mich sehr darüber. Dieser Blogartikel beschäftigt sich mit einem heißen Eisen und das gefällt mir sehr gut. Leider sehe ich in meiner Praxis, dass es weder bei jungen Menschen noch bei älteren weit her ist mit der emotionalen Fitness. Umso wichtiger sich damit zu beschäftigen.
    Alles Liebe
    Annette

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