Claudia am 14. Januar 2011 — 5 Kommentare

Mrs. Robinson – ja warum nicht?

Der berühmte Song zur Geschichte einer älteren Frau (Anne Bancroft als Mrs.Robinson), deren junges, männliches „Opfer“ von Dustin Hoffman im Film „die Reifeprüfung“ von 1967 spitzenmäßig gespielt wurde.

Das war der Anfang. Der Beginn einer Ära, in der auch das Gegenteil des durchaus Üblichen (=älterer Mann mit junger Frau) denkbar wurde. Im Jahr 2011 ist eine solche Beziehung immerhin kein „Skandal“ mehr – so ganz normal ist sie aber auch noch nicht.

Diskussion

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5 Kommentare zu „Mrs. Robinson – ja warum nicht?“.

  1. Der Beginn einer Ära? Mitnichten!
    Nimm nur einfach mal die Künstlerehepaare Rilke-Lou Andreas-Salomé (14 Jahre) oder Dali (10 Jahre).
    Und: Nach dem 2. Weltkrieg suchte sich so manch ältere Frau einen jungen Mann, weil ihre „natürlichen“ Altersgenossen im Krieg gefallen sind – so wurde mir zumindest kolportiert.

  2. Ein toller Film, mit einem jungen und begeisternden Dustin Hoffman. Damals der Zeit voraus und dafür heute einzureihen unter zeitlos, soll heissen, ich würde jederzeit den Film erneut ansehen ohne das Gefühl zu haben einen Uraltschinken vor mir zu haben. Speziell war natürlich die Variante, dass es die Mutter auf den Schulfreund des eigenen Sohne abgesehen hatte. Die Variante, Vater ist hinter der Freundin der Tochter her, ist ja die gängige und oft verfilmte Situation.

    Erst heute – also nach viel vergangener Zeit – realisiere ich, dass ich mal zum Zeitpunkt des Hypes um den Film so Anfang 1969 in eine Mrs. Robertson Situation geraten bin. Allerdings habe ich die Aufforderung zum Tanz im kleinen Wohnzimmer des abwesenden Hausherrs, nicht richtig verstanden und die Dame des Haues völlig korrekt geführt und Mrs. Robertson hat wohl ob soviel Anstand der Mut zu mehr verlassen.

    Spekulation, Spekulation von mir. Aber auf diesem Feld besteht immer die Gefahr der Fehlinterpretation und wäre sie nicht die Frau vom Leher gewesen, hätte ich vermutlich nicht versteinert und steiff das Tänzchen absolviert.

    Mit mehr Lebenserfahrung sieht man im Rückblick manche Situation differenziert. Allerdings in beide Richtungen, womit es wieder zum Ausgleich kommt beim Gewinnen und Verlieren im Leben.

  3. @Gerhard: damals war es „Skandal“, heut ist es weit normaler – da sehe ich schon eine nachhaltige Veränderung.

    @Relax-Senf: da hast du also eine nette Gelegenheit aus jugendlicher Schüchternheit verpasst! :-)
    Ich fand damals vor allem die MUSIK toll, die mich aber erst etwas später erreichte. ’69 war ich 15 und nicht up-to-date bzgl. amerikanischer Filme.

  4. Die Variante älterer Mann junge Frau wurde zwar bei „Promis“ vielleicht eher akzeptiert, aber als ich vor ca27 Jahren eine Beziehung zu einem 14 Jahre älteren Mann hatte war das zumindest für mich nicht wirklich immer witzig. Die männlichen Freunde haben einen nicht für voll genommen, aber echt fies waren die Kommentare und Verhaltensweisen der Frauen aus seinem Freundeskreis.

  5. @Angelika, naja, die Gründe für das Verhalten der Frauen damals liegen ja auf der Hand! Was mich aber daran aufregt, ist, daß man nicht in der Lage ist, seine Gefühle zu analysieren „Aha, deshalb habe ich was gegen diese junge Frau!“ und stattdessen munter weiter macht.
    Zu diesem Thema werde ich auch an den Film „Angst essen Seele auf“ von Fassbinder erinnert.

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