Claudia am 03. Oktober 2011 — 5 Kommentare

Umfrage zur Altersakzeptanz im demographischen Wandel

Zufällig bin ich auf dem Fragebogen zur Altersakzeptanz im Demografischen Wandel gelandet und hab‘ ihn spasseshalber ehrlich ausgefüllt. Zunächst gab es Fragen zum Beruf, wobei mir auffiel, dass Freiberufler und Selbständige ohne Angestellte in den Kategorien gar nicht erst vorkommen. Auch für meine Arbeit als Webwerkerin gab es keine „Schublade“. Es folgten dann einige Fragen zur Einschätzung der Altersakzeptanz im beruflichen Umfeld, zuletzt wurde das persönliche Erleben abgefragt.

Mehr Akzeptanz als in asiatischen Ländern – eine Selbsttäuschung?

Dass am Ende der Umfrage unerwarteterweise eine BEWERTUNG steht, hat mich erstaunt – und was drin stand, hat mich verblüfft:

Auf einer Skala von 0 bis 100 liegt der Wert der von Ihnen wahrgenommenen Altersakzeptanz in Ihrem persönlichen Umfeld etwa zwischen 91 und 100. Dies ist ein sehr hoher Wert, der die Höhe der generellen Altersakzeptanz (Studie 2004) in Deutschland bei weitem übertrifft. Solche hohen Werte treten noch nicht einmal in asiatischen Ländern auf, wo die höchsten Werte (Studie 2004) bei etwa 80 lagen. Falls Sie nicht selber in einem entsprechenden Kulturkreis leben, in dem eine natürlich hohe Altersakzeptanz zur mentalen Programmierung Einzelner beiträgt, ist anzunehmen, dass Ihr professioneller und optimistischer Umgang mit Ihrem „Altern“ ganz wesentlich zu Ihrem positiven Umfeld beiträgt. Offensichtlich verhalten Sie sich angemessen, optimistisch und positiv zu Ihrer Lebenssitution und Ihrem Alter und erhalten dadurch eine hohe Altersakzeptanz aus Ihrer Umgebung zurück. Allerdings besteht auch die Möglichkeit, dass Sie vielleicht vieles als positiv bewerten, was von anderen vielleicht etwas zurückhaltender bewertet würde. Es ist zu empfehlen, dass Sie Ihr Verhältnis zu Ihrer Umgebung nochmals kritisch hinterfragen.

Ich soll also lieber nochmal genau hinsehen, ob ich mir die Dinge nicht schön rede. :-)

Aber nein, dem ist nicht so. Ich lebe und arbeite eben nicht in der Welt der Angestellten, sondern als Freiberuflerin weitgehend frei in der Wahl meiner Beziehungen, geschäftlich wie privat. Irgendwelche Alters-Mobber treff‘ ich gar nicht erst, und Wertschätzung erfahre ich AUCH aufgrund meines Alters, bzw. meiner Lebenserfahrung und angesammelten Kompetenzen.

Diskussion

Kommentare abonnieren (RSS)
5 Kommentare zu „Umfrage zur Altersakzeptanz im demographischen Wandel“.

  1. Bei mir kam das selbe Resultat raus!
    Ist doch interessant.

    Werde es gleich mal einigen Freundinnen senden, die beruflich eher Nachteile haben, mal sehen was da raus kommt!

    Danke Angelika

  2. @Claudia: Dein gutes Resultat überrascht mich nicht, denn es steht für eine Person. die sich selbstkritisch in der Realität bewegt. Auch als Freiberuflerin muss man ja im Umgang mit aktuellen und potenziellen Kunden, immer mal wieder „schlucken“. Man hat aber für die k l e i n e Stil- und Knigge-Ignoranten gar keine Zeit zum Schmollen und übersieht oder überhört sie dementsprechend.

    Unselbständige Arbeitskräfte können dagegen aus JEDER Kommunikationsfehlleistung ein grosses Theater machen. Als Resultat, wird das betriebliche und soziale Umfeld immer mal wieder aus reiner Bosheit den Versuch machen, mit einer nicht korrekten Bemerkung für Unterhaltungs-Action für die stumm und grinsend Umherstehenden zu sorgen.

    Wie man die Welt und seine Lebensqualität sieht und bewertet, kann beim gleichen Fragebogen, immer wieder zu anderen Resultaten führen. Stimmung und andere Faktoren spielen mit. Es gibt aber auch Leute die immer ein schlechtes Resultat erzielen werden, weil sie beständig andere Menschen und die ganze Welt für ihr Elend verantwortlich machen. Die Eigenansicht, was man für eine Veränderung selber beitragen könnte, fehlt leider bei zu vielen Menschen gänzlich.

    Eine Feststellung aus meinem Berateralltag. Trotz meinem nicht zu übersehenden Altersband, bin ich in als Freiberufler in der Geschäftswelt ein akzeptierter Gesprächspartner bei der Vermittlung und Bewertung von Personal. Würde ich aber als Beispiel kommunizieren, dass ich selber Interesse an einer zu besetzenden Stelle hätte, würde man mehr oder weniger direkt mitteilen, dass ich zu alt bin.

    Anderes Beispiel. Etablierte Personen in der Direktion, mit entsprechendem Alter, legen – fast – immer Wert auf meine Meinung zu einer Kandidatur. Jüngere Personalverantwortliche, noch mit dem Aufstieg beschäftigt, wollen diese Meinung eher nicht hören. Betrachten es als Abwertung ihrer Fähigkeiten. Dies ist das Ausschlagen von einer Drittmeinung, die anschliessend als hilfreich oder nutzlos gewertet werden kann. Das Blockieren von Anfang an steht für unreife Personen. Aber als alter Sack gemobbt, fühle ich mich deshalb nicht. Im Gegenteil, innerlich grinse ich einfach über die Mentalschwäche der so selbstherrlich agierenden Kundenvertreter. Wobei Frauen in dieser Hinsicht noch öfters den Drang zeigen Macht zu demonstrieren.

  3. Gewagt, gewagt – @Relax-Senf, dein letzer Satz :)

  4. Danke Relax! Sollte der letzte Satz (danke Menachem!) stimmen, wird es daran liegen, dass Frauen noch immer MEHR leisten müssen, um in höhere Positionen zu kommen – sprich: besser sein als die Männer. Dass den (und sei es nur gefühlten) größeren Herausforderungen dann mit mehr Ego-Vorwärtsverteidigung geantwortet wird, wundert mich nicht! Blöd und unsouverän ist es allemal. bei beiden Geschlechtern.

    Aber eben auch in jüngeren Jahren NORMAL. Da hat man noch eine Menge Ehrgeiz und ist voll identifiziert mit der eigenen Leistung, bzw. dem, was man gerne sein würde. Und fühlt sich also auch leicht angegriffen, nicht richtig ernst genommen etc.

    Dass man in den heutigen „jungen Teams“ schnell zu alt ist bzw. gar nicht erst rein kommt, verdankt sich sicher auch der sehr natürlichen Erwartung, dass der/die deutlich Ältere gerne denkt, er/sie habe qua Alter auch mehr Ahnung, mehr Kompetenz – und also mehr Recht, anzusagen, was Sache ist.
    Das aber passt nicht in flache Hierarchien, in denen es immer weniger Zwischenstufen mit „Leitungsjobs“ gibt, in denen sich Ältere gut machen würden.

    Es ist also nicht nur „Mentalschwäche“, sondern ein komplexes GEstrick aus gesellschaftlichen Verhältnissen, Arbeitsrahmenbedingungen und psychischen Faktoren.

  5. @Menachem @Claudia „Gewagt, gewagt..“ korrekt. Es ist gefühlt und ohne Strichliste. Noboy is perfect, auch Relax-Senf nicht. D. h. das eigene Erleben und Abspeichern hängt auch von Momentaufnahmen ab, die bei genauerem Hinsehen nicht stimmen. Anders ausgedrückt. Im Personalwesen sind mehr Frauen als Männer tätig, womit rein deshalb mehr Frauen „auffällig“ werden können.

    Je grösser die vermutete Altersdifferenz ist, umso mehr ist man „stillschweigend“ irritiert über das Verhalten Dritter in einer B2B Konstellation und sieht dann die grünen Dinger, denen man noch so viel beibringen könnte.

    Übrigens das Aussehen spielt „nur“ beim Smalltalk eine Rolle. Bei der Fachkompetenz können die „Wüsten“ (Swiss) durchaus Boden gut machen, punkten und eine Aussehens bereinigte Akzeptanz erreichen, die wenn sie fachlich gegeben ist zur nachhaltigeren Verbindung führt.

    Wenn jetzt ein Aufschrei oder Kopfschütteln bei Leserinnen und Lesern stattfindet, dann ist dies durchaus gewollt. Es würde nur zeigen, wie viel Verklärung und guter Eigenbewertung meine banale Lebensweisheit hervorruft. Bei Äusserlichkeiten sind wir grosszügig und nehmen sie nicht wahr, wenn es um akzeptierte Personen aus dem eigenen Umfeld geht. Treffen wir auf neue, uns unbekannte Personen, dann spielt selbstverständlich die optische Wahrnehmung zuerst eine dominante Rolle, die sich einpegelt wenn weitere Kriterien zum Tragen kommen. Es ist eine gute Übung, mal eine Woche oder einen Monat lang darauf zu achten. Es hilft auch zu verstehen, d.h. damit umzugehen, dass wir selber selbstverständlich nicht jederzeit bei allen Personen ankommen können.

    Im Alter fällt einem dies plötzlich auf. Hat aber mit Mobbing nichts zu tun sondern steht für eine geänderte und sensiblere Erwartungshaltung. Unsere Erwartungshaltung bestimmt täglich, wieviel Ablehnung oder Akzeptanz wir wahrnehmen.
    @Claudia. Mit diesen Sätzen nehme ich Bezug auf „NORMAL – Mentalschwäche – junge Teams und komplexes Gestrick.

Was sagst Du dazu?

*) Pflichtfelder. E-Mail wird nicht veröffentlicht