Claudia am 03. Juli 2012 —

Madonnas Ruhebedürfnis: Alter lässt sich eben nicht verleugnen

Die Frau, die offenbar alles daran setzt, auch mit 54 auszusehen wie Mitte zwanzig, hat ein ganzes VIP-Hotel in Berlin zur Ruhe ab 23 Uhr verdonnern lassen. Normalerweise interessieren mich die Aktivitäten von Pop-Größen wie Madonna ja wenig, doch angesichts dieser Meldung musste ich doch schmunzeln:

„Es gerüchtet, das Soho House habe seinem Superstargast wissen lassen, dass es so nicht mehr geht. Zu groß die Diskrepanz zwischen Szene-Treiben im 7. und 8. Stock und Madonnas erstaunlich spießigem Ruhebedürfnis auf der 6. Etage. Da half auch der angeblich extra noch verlegte doppelte Dämmteppich nichts. Freitag war für die Bar- und Restaurantgäste vier Stunden früher als üblich Feierabend.Auch Madonnas Lover Brahim Zaibat (29) rebelliert offenbar gegen die Ruhe. Um 2 Uhr morgens fuhr er im Taxi raus …“
BZ Berlin, 1.7.12

Tja, mit 50+ steht einem der Sinn eben nicht mehr so nach „Nächte durchfeiern“, egal wie rank und schlank und glatt das Erscheinungsbild auch sein mag. Wenn ich sie so auf Bildern sehe, wie sie sich in genau denselben erotischen Dessous wie in den 80gern räkelt, tut sie mir im Grunde leid. Was für ein sinnloser Kampf um äußere Jugendlichkeit! Je länger sie ihn führt, desto furchtbarer muss es ja werden, ihn letztlich zu verlieren. Ob das verdiente Geld dafür entschädigt?

Diskussion

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7 Kommentare zu „Madonnas Ruhebedürfnis: Alter lässt sich eben nicht verleugnen“.

  1. Amüsante kleine Geschichte. Mir tut Madonna auch vor allem leid. Ich stelle es mir schrecklich anstrengend vor, seinem Alter davon laufen zu müssen, permanent gegen das körperliche Älterwerden ankämpfen und mit den Jungen im Wettkampf stehen zu müssen. Ich finde das Wunderbare am Älterwerden ist die Gelassenheit, die sich breit macht. Und dass so vieles unwichtig wird, was vorher so unglaublich wichtig war.

  2. Na ja …. mit 50+ könnte die noch genau so Nächte durchfeiern wie mit 25. Die will nur nicht und sieht den Sinn nicht mehr. Mal ehrlich – solange man keinen Partner hatte war das Nächtedurchmachen spannend. Solange man geglaubt hat, man könne andere in heißen Diskussionen überzeugen, war das Nächtedurchmachen spannend. Solange die Dinge, die man in dieser Nacht erleben konnte oder geglaubt hat, doch noch erleben zu können, war das Nächtedurchmachen spannend. Was aber, wenn man einen Partner hat, wenn man nicht mehr daran glaubt, wirklich die absolut richtige Meinung über die Dinge zu haben und auch weiß, dass die Ereignisse der Nacht keinesfalls überraschend sein werden? Wir schieben vieles auf körperliche Alterserscheinungen, was einfach durch veränderte Lebensumstände verursacht wird. Ihr glaubt mir nicht? Macht ein Experiment: verliebt euch erneut, und ihr tanzt die Nacht wieder durch … genau so wie in alten Zeiten ;-)

  3. @Peter: nö, ist nicht bei jeder und jedem so! Ich ziehe es schon seit langem vor, spannende Menschen zu mir nach hause (oder Sommers in den Garten) einzuladen – das ist mir bequemer & schöner. Man darf rauchen, ich muss mich nicht in Ausgeh-Klamotten werfen, hab‘ die Macht über Essen und Getränke, muss mir kein Hintergrund-Gedudel antun, das nicht gefällt und auch keine andere laute Geräuschkulisse ertragen. Zudem ist Platz – ich kann auch mal redend auf und ab gehen, mit dem Gast auf den Balkon treten, im übrigen zwischen Sofa, Sitzkissen und Teppich wechseln und auch der Übergang auf die Matraze (wie in der Jugend am Boden, nur teurer) geht ganz zwanglos, sollte der Sinn danach stehen.

    Witzig fand ich auch, interessanten Männern gleich einen gemeinsamen Sauna-Besuch vorzuschlagen – kam gut! :-)

  4. Ging es darum, welche Lokalitäten man bevorzugt? Ich habe es eher so verstanden, dass die Dame älter geworden ist und deshalb nicht mehr die Nächte durchmachen KANN. Eine Altersfalle ist, dass wir alles Negative, aber auch alles, auf das Alter schieben. Viele Verrhaltensänderungen des alten Menschen – und das ist man spätestens ab 60 – sind auf Einsichten und Lernprozesse und kaum auf körperliches Unvermögen zurückzuführen. Das ist bei einer Frau Madonna :-) nicht anders als bei uns.

  5. In die Disko gehen zum Tanzen? Wieso nicht. Ich war noch mit 54 regelmässig mit einem Kumpel zum Abtanzen – geschadet hat’s mir nicht, im Gegenteil.
    Und je beatiger die Geschichte, umso mehr war ich begeistert – am besten waren für mich technoide Klänge. Jetzt mache ich es leider nicht mehr, aus verschiedenen Gründen, aber sicher nicht wegen dem Alter!

  6. @Peter: nun, ich hatte das so verstanden, da sie nicht nur selber nicht gefeiert hat, sondern auch allen anderen über mehrere Stockwerke „peinliche Ruhe“ verordnet hat. :-) Das klingt schon stark nach heftigem Nachtschlafbedarf… aber klar, so fit, wie sie sich hält, KÖNNTE sie vermutlich, wenn sie wollte.

    @Gerhard: ehrlich, ich wüsste keine Disko (heute „Clubs“) hier, in die man mit 50plus rein kommt.. aber ich kenn mich natürlich auch nicht wirklich aus.

  7. Es gibt die Ü30-Parties, in denen es auch zeitgemässe Musik gibt. Was ich komisch fand, war, daß die den Club auch für Jungvolk geöffnet hatten. Im Grunde waren sie dann die „Unerwünschten“.
    Wenn die Musik nicht passte, bin ich auch mal in eine normale Disco, was etwas Mut erforderte, aber wenn einem nach Tanzen war, dann war das egal.