Thema: Medien

Claudia am 19. September 2012 — 7 Kommentare

Sex-besessene Welt: Sex im Alter ist kein MUSS!

Zufällig bin ich beim Zappen gestern Nacht in eine Talkshow mit dem Titel „Sex im Alter: je oller, je doller?“ rein geraten und hab‘ sie mir bis zum Ende angesehen. Die schillerndste Figur unter den Gästen war der Alt-Playboy Rolf Eden, der noch mit 82 stolz darauf ist, die Nacht zum Tag zu machen, um in Berlin durch die Kneipen zu touren und sich „mit Damen zu vergnügen“. Die müssen natürlich unter 30 sein, genau wie seine aktuelle Liebste, die brav neben ihm saß und bestätigte, dass ihre Beziehung eine ganz normale Liebe sei: „es hat halt gefunkt!“.

Nun, es sei den beiden gegönnt! Mir kommt das zwar vor, als bleibe da jemand lebenslänglich in der Spätpubertät stecken, aber wenn es ihn glücklich macht… :-)

Auch die anderen Gäste (Erika Berger, Lisa Kishon-Witasek, Karin Schwarz und Christof Junginger, Ingeborg Krabbe, Dr. Marlene Lohner) gaben Einblicke in ihr Liebesleben, wobei die Moderation immer wieder recht genau nachfragte, welchen Stellenwert denn die körperliche Leidenschaft noch hätte. Den mitschwingenden Wunsch nach irgend einer besonderen Exotik in Sachen „Sex im Alter“ konnten die Gäste erwartungsgemäß nicht befriedigen. Es ist toll, wenn man sich liebt, es ist „ganzheitlicher“ und dient weniger der drängenden Triebbefriedigung wie in jungen Jahren – na, wer hätte das gedacht? Dass Dr. Marlene Lohner nach dem frühen Tod ihres Mannes nun schon seit ca. 35 Jahren gewollt alleine bbleibt, war wohl das Erstaunlichste an allem, was da so berichtet wurde. Weiter → (Sex-besessene Welt: Sex im Alter ist kein MUSS!)

Claudia am 18. September 2012 — (Kommentare geschlossen)

Alter macht frei – wenn man bereit ist, es zu bemerken

Heute bin ich über einen Kommentar in meinem Hauptblog Digital Diary auf Peter J. Hakenjos‘ Homepage gestoßen. Peter hat zwei Bücher veröffentlicht, eines davon heißt „… aber versuchen will ich ihn“. Der Untertitel „Für Jugendliche unter 50 Jahren nicht geeignet“ hat mich spontan angesprochen, deshalb will ich die Entdeckung hier mit Euch teilen.

Hier die Vorrede zum Buch, die ich sehr ansprechend finde:

„Ihr wollt jung bleiben? Vergesst es, das tut ihr so oder so nicht. Stehen wir lieber zu dem, was wir mittlerweile sind: alt und frei. Genießen wir es und lachen über die Alten, die mit Anti-Aging versuchen, ihre Falten los zu werden. Falten sind ein Teil von uns geworden. Die Gesellschaft werden wir kaum noch verändern, aber wir haben es zumindest versucht. Vieles ist gelungen, vieles ist schief gelaufen. Dass wir es versucht haben, darauf dürfen wir stolz sein, aber es ist vorbei. Was soll´s? Der Horizont kommt näher, das macht uns frei. Nutzen wir es!“

Es gibt auch eine Leseprobe (PDF), die davon handelt, wie ein gealtertes Paar sich den Lebenstraum erfüllt, mir schweren Motorrädern die Route66 zu befahren. Hat mir gefallen, mich aber auch neugierig auf die anderen Geschichten gemacht, deren Titel versprechen, nicht durchweg so „Harmonisches“ zu berichten wie die Leseprobe.

Ende September wird es eine Neuaflage mit 13 zusätzlichen Geschichten geben: „Stories vom Lieben und Lästern“ hört sich schon mal gut an!

Ach ja, Peter Hakenjos hat jetzt auch ein Blog!

Claudia am 06. April 2012 — 4 Kommentare

Komm, schöner Tod! Vom Sterben als Event

Schon im Vorfeld der Ausstrahlung dieses beeindruckenden Fernsehfilms hatte es Kritik am späten Sendeplatz 22.15 gegeben. Hatte das ZDF Angst vor der eigenen Courage, das Thema „aktive Sterbehilfe“ zur Primetime zu bringen? Immerhin ist er jetzt in der Mediathek, allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr morgens abrufbar.

Das Drama zeigt Berlin in der nahen Zukunft. Zahlreiche demente Alte irren durch die Straßen und werden von mobilen Hilfsdiensten „eingesammelt“. Die Pflegeheime sind überlastet: gerade noch 15 Minuten Zeit pro Mensch und Tag kann die Gesellschaft finanzieren. Dauermedikamentierung, Beruhigungsspritzen, wenn jemand ausrastet, nächtliche Fixierung – das ganze Elend wird gezeigt, sowohl in Heimen als auch dort, wo noch ein Angehöriger pflegt. Weiter → (Komm, schöner Tod! Vom Sterben als Event)

Claudia am 22. Juli 2011 — 12 Kommentare

Sex und Verliebtheit im Alter: Wolke 9

Kuss-SzeneMan muss es ja dazu schreiben: es geht in diesem ganz besonderen Film von Andreas Dresens eben nicht nur um Sex im Alter. Zwar landen Inge (Mitte 60) und ihre Affäre Karl (76) recht schnell auf dem Teppich, und auch im weiteren Verlauf wird recht viel (alte) Haut gezeigt. Im Grunde aber geht es um die Liebe und darum, ob man sich „im Alter“ nochmal verlieben darf.

Natürlich fragt Inge nicht danach, als sie sich in Karl verliebt. Und ihre Probleme beginnen auch erst, als sie die neue Liebe ihrem Mann gesteht, dem sie sonst nicht mehr in die Augen sehen könnte. Für Werner, der seit 30 Jahren mit Inge verheiratet ist, bricht eine Welt zusammen – eine Welt, in der Inge aber offensichtlich eine Art „Dummchen“ darstellte: zwar an seiner Seite, aber keine Partnerin, mit der man auch über die Inhalte spricht, die in der Morgenzeitung stehen.
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KPBaumgardt am 10. Juli 2011 — 2 Kommentare

Buchvorstellung: Die Kunst des Alterns

Reifen und Loslassen, von Fritz Riemann und Wolfgang Kleespies.

Fritz Riemann, ein viel gelesener Analytiker, dessen BuchGrundformen der Angstein Besteller wurde, hatte in seinem Nachlass genug Material für ein weiteres Buch, das Fritz Kleespies fertiggestellt hat: “Die Kunst des Alterns”.

Jeder der vier Lebensabschnitte, die von dem Sinnbild der vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter symbolisiert werden, hat seine eigene Bedeutung, Aufgaben, Themen. 

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Claudia am 18. Juni 2011 — 9 Kommentare

Wem nützt Altersweisheit? Gibt es sie überhaupt?

Dieses Thema ist ein bisschen schwierig, denn wer darüber aus subjektiver Erfahrung schreiben wollte, müsste sich einerseits zum „alt sein“ bekennen (und wer will das schon?), andrerseits allen Ernstes von sich selbst behaupten, weise zu sein. Beides Peinlichkeiten, die man sich – eitel und bescheiden zugleich – dann doch lieber erspart.

Ich nähere mich der Altersweisheit also besser über den Anlass, der mich dazu bewegt hat, nach deren Sinn und Nutzen zu fragen. Als ich gestern das neue WEGE-Magazin („Österreichs größtes Magazin für ganzheitlich denkende und handelnde Menschen“) für mein Lustgespinst-Blog rezensieren wollte, fiel mir auf, dass all die Weisheiten, die da über „Männer & Frauen“ zu lesen waren, von Menschen im vorgerückten Alter stammten. 48 und 49 Jahre hatten die beiden jüngsten Autoren schon auf dem Buckel, zwei weitere sind in den Fünfzigern, die Mehrheit hat die 60 deutlich überschritten.

Ein zahnloser Mund hat nicht das Recht zu jeder Wahrheit
– Nietzsche –

Alle schreiben sie über Männer und Frauen, über Sex, Beziehung, Geschlechtsrollen und, und, und… – und haben die „heiße Zeit“ doch selber lange hinter sich. Wenn die Hormone nicht mehr treiben, lässt sich leicht weise Reden schwingen! Aber: Wie relevant sind derlei Erkenntnisse späterer Jahre für Jüngere? Zum Beispiel ein „Loblied auf die Impotenz“ als Plaidoyer für entschleunigten, gemächlichen, herz-zentrierten Sex: verhilft das einem Mann in den Zwanzigern und Dreißigern tatsächlich zu mehr Gelassenheit? Weiter → (Wem nützt Altersweisheit? Gibt es sie überhaupt?)

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