Claudia am 07. Juni 2018 — 3 Kommentare

Selbstlose Liebe oder „nach mir die Sintflut“?

Das ist eine Wahl, zu der man im Prozess des Alterns immer wieder heraus gefordert wird. Erst ältere Menschen realisieren nämlich, dass sie sterblich sind, bzw. in absehbarer Zukunft höchstpersönlich sterben werden. Vorher wird es nur „gewusst“.

Wenn ich also demnächst sowieso nicht mehr mitspielen kann, warum dann noch Umwelt schützen, Klima retten, Energie sparen? (hier gerne andere Themen eigner Wahl einsetzen, es sind nur Beispiele). Was interessiert mich mein ökologischer Fußabdruck, wenn ich vielleicht schon bald nicht mehr laufen kann? Warum politisch informiert bleiben, mir eine Meinung bilden, womöglich aktiv sein? Sollen doch die Jungen machen… den Rest meiner plötzlich knapp gewordenen Zeit gilt „first Me“, denn sowas wie mein „Ich“ gibts ja bald nicht mehr!

So in etwa könnte sich die Haltung eines alternden Menschen entwickeln. Was lässt sich dagegen setzen?

Klar, Menschen mit Kindern und Enkeln sind häufiger motiviert, nicht zum totalen Egoisten zu mutieren. Und wer an ein Leben nach dem Leben glaubt, hat auch kein Problem.

Aber was ist mit den Anderen?

Entweder sie sind im Lauf des Lebens Liebende geworden, dann stellt sich die Frage nicht. Oder eben (leider…) nicht, dann gilt für sie „nach mir die Sintflut“.

Insofern ist es dann doch keine Wahl. Weil wir nun mal die sind, die wir im Lauf des Lebens geworden sind.

Claudia am 14. Mai 2018 — 8 Kommentare

Blogs rund ums Altern

Mal geschaut, was es da so gibt. Dabei suchte ich keine Portale, keine „toten“ Blogs, keine Lifestyle-Medien (Mode, MakeUp, Ernährung etc.), keine Kurzblogs rund um Bücher und Seminare, sondern solche, die sich mit dem komplexen Thema ernsthaft auseinander setzen. Und zwar nicht nur 3 bis 6 Artikel weit, sondern ein bisschen nachhaltiger.

  • Alterskultur / Werkstatt für Alterskultur – Blog zur 11 Jahre alte Webseite Altwildundweise.com von Lisa Frohn: Gedanken, Zitate, Geschichten, Assoziationen und auch Spinnereien über Alltag im Alter.
  • Göttingen lebt länger – der Generationenblog
    „Nach wie vor hat das Alter ein eher schlechtes Image, und so dämmern die gewonnenen Jahre in einem gesellschaftlichen Vakuum dahin. Diesem Widerspruch wollen wir eine neue Sicht auf das Alter entgegensetzen und sie gemeinsam mit allen Generationen diskutieren.“
  • Altern für Anfänger – vorn Dirk Getschmann
    „So viele Entwicklungen beeinflussen mittlerweile das Alter, das Älterwerden, dass man von einem eigenen Kontinent sprechen kann. Wie in einem entfernten Spiegel versuche ich hier all die relevanten Strömungen und Veränderungen – zumindest ausschnittshaft – abzubilden. Mal konstatierend, mal ironisch kommentierend. Mal mit Blick auf die Statistik oder die Gesetzeslage, mal sehr persönlich oder intuitiv.“
  • Das Alter kann kommen – von Susanne Ochsner
    „Mit diesem Blog möchte ich Mut machen, sich neu auf das Alter einzulassen und die vorgefassten Meinungen über Bord zu werfen. Es gelingt, wenn wir uns nicht an der Materie festhalten, sondern uns für die Beziehungsstruktur, das Geistige, das allem zugrunde liegt, öffnen.“
  • Kati cares – Blog über das Alter – BLOG ÜBER DAS ALTER. PERSÖNLICH, EINFÜHLSAM – ABER NIEMALS GESCHÖNT
    „Herzstück meines Blogs sind Geschichten über alte Menschen. Außerdem interessieren mich alle, die Senioren unterstützen, wenn die Kräfte nachlassen: Angehörige, Pflegekräfte, Betreuer, Ehrenamtliche und, und, und … Abgerundet wird das Ganze durch Reportagen und Tipps rund ums Alter.“
  • Blogs 50plus – Sammlung zum Suchen, Finden und Entdecken – eine tolle Plattform zum Stöbern in den vielen angemeldeten Blogs von älteren Menschen. Auch die Rubrik 60plus und 70plus ist nicht etwa leer geblieben!

Wer mag, kann gerne in den Kommentaren ergänzen.

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Claudia am 12. Mai 2018 — 2 Kommentare

Keiner bleibt allein – außer den Alten?

Auf Twitter läuft eine Aktion gegen Einsamkeit: #KeinerBleibtAllein – es gibt auch eine Webseite dazu, auf der die Initiative (mittlerweile ein Verein) erklärt, um was es geht:

„Gemeinsam mit Dir möchten wir die Einsamkeit in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg bekämpfen. #KeinerBleibtAllein möchte Dich dazu in Zusammenarbeit mit zahlreichen Unterstützern, Partnern und Freiwilligen einladen Teil eines vollkommen neuen sozialen Projektes zu werden, dass nebenbei das Thema Einsamkeit auflöst und uns als Gesellschaft wieder näher zueinander bringt.

Wenn Du also Gesellschaft suchen solltest um aus deiner sozialen Isolation herauszukommen, kannst Du auf uns zukommen. Du findest uns auf Facebook und auf Twitter. Dort kannst Du uns schreiben und Bescheid geben, falls Du Unterstützung in deiner Stadt suchst. Wie das funktioniert und welche Fragen Du Dir bereits jetzt stellst, haben wir hier auf dieser Seite (Gesellschaft suchen) vorbereitet und hoffentlich beantwortet.“

Tolle Aktion, doch vermute ich, dass vor allem Jüngere diese Chance nutzen. Aber was ist mit den Alten?

Einsamkeit im Alter

Zu meinem Artikel „Krank und allein – was dann?“ im Digital Diary schrieb mir eine Leserin:

„Ich habe große ANGST alleine. Bin fast 76 Jahre und wohne in meinem Haus ganz alleine, von meinen Kindern verlassen. Weiss nicht, wie es weiter geht.
Bin seit einem Jahr Witwe. Es ist einfach unglaublich schlimm.“

Weiter → (Keiner bleibt allein – außer den Alten?)

Claudia am 15. Oktober 2017 — (Kommentare geschlossen)

5 Lesetipps zum Thema Altern

Da ich hier nur sehr sporadisch blogge, will ich Euch ersatzweise heute ein paar lesenswerte Artikel rund ums Erleben des eigenen Alterns empfehlen. Los geht’s:

  • Ausgelernt? Noch lange nicht – Dorothee Markert hat eine Fortsetzung zu ihren ersten Lehrjahr als Rentnerin geschrieben. Nun ist sie schon im dritten Lehrjahr und musste feststellen, dass sie mit den Startschwierigkeiten im Rentnerleben doch noch nicht „durch“ ist: „Es ist eine Sache, zu wissen, was zu tun oder zu vermeiden wäre, und eine andere, die Disziplin dafür aufzubringen.“ Das ist aber bei Weiten nicht alles, was sie zu berichten hat, der Artikel ist eine gute Vorbereitung auf Veränderungen, mit denen wir vielleicht nicht gerechnet haben, wenn wir ans Altern denken.
  • Alter, Kreativität und Weisheit – Werden wir zwangsläufig weniger kreativ? Der Artikel beschreibt kognitive Fähigkeiten, die im Alter ab- oder zunehmen und beleuchtet die „Ressourcen der Weiseheit“.
  • Das schlechte Gewissen…. Einfach nichts tun dürfen – eine neue Erfahrung für die frische Rentnerin, die als Freiberuflerin gewohnt war, „immer bereit zu sein“. „Jahrzehntelang war ich auf Arbeit geeicht, tagein tagaus, tagtäglich – und kannte das Nichtstun, die Langsamkeit, die Geruhsamkeit kaum, und schon gar nicht mit einem Buch in der Hand.“
  • Alter ist Kopfsache – Prof. Dr. Sven Voelpel im Interview„Auf einem 60. Geburtstag kann man heute mitunter eine Gastgeberin erleben, die glatt als Mitte 40 durchgehen würde, aber auch Gleichaltrige, die in beigem Popeline wie 80 wirken.“
  • Wie Cannabis das Leben im Alter verbessern kann – eine umfassende Darstellung des therapeutischen Nutzens bei den verschiedensten Altersbeschwerden. Angesichts dessen ist die derzeit noch völlig unzulängliche Versorgungspraxis mit medizinischem Cannabis ein Skandal! Ich sag dazu sowieso schon lang nur „Legalize it“!

Claudia am 31. Mai 2017 — 1 Kommentar

Soviel Lob aus dem Unruhewerk – danke, Maria!

Maria Al-Mana, die umtriebige Bloggerin und Netzwerkerin vom Unruhewerk hat einen unglaublich liebevollen Artikel über meine Blog-Welten geschrieben:

Bloggen mit Claudia Klinger…. Oder: Die Kunst des Alterns.

Soviel Wertschätzung macht mich richtig sprachlos – und auch ein bisschen verlegen! Ich bringe es nicht fertig, jetzt hier ein Zitat zu posten, denn der ganze Artikel ist so positiv und lobend, dass mir das wie eine unziemliche Selbstbeweihräucherung vorkäme. Mit Kritik kann ich viel besser umgehen, trotzdem freu ich mich natürlich riesig!

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Claudia am 11. Mai 2017 — 5 Kommentare

Wenn das Alter die Vorstellungen vom Altern verändert

Auf „Beziehungsweise weiter denken“ schreibt Monika Krampl darüber, wie sich die 50-jährige das Altwerden vorstellte – und wie die 67-jährige es erlebt:

„In meinen Bildern vom Alter war ich immer unverändert unverbraucht, unversehrt und unangreifbar. In meinen Bildern und Vorstellungen, die ich mir im Zeitraum von meinem 40. bis 50. Lebensjahr ausgedacht hatte, ging ich von meinem damaligen Körper aus – meiner scheinbar unendlich kraftvollen Energie. Krankheiten kamen in meinen Bildern schon gar nicht vor. Als Berufseinsteigerin in meinen zweiten Lebens-Beruf als körperorientierte Psychotherapeutin ging ich von der Voraussetzung aus: Wenn ich nur alles richtig mache, passiert mir nichts. Das „alles“ waren die körpertherapeutischen Übungen (zum Beispiel nach Wilhelm Reich, Alexander Lowen etc). Mein absoluter Glaube: Wenn meine Energieblockaden gelöst sind und meine Energie frei fließen kann, werde ich nicht krank.“

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