Thema: Tod und Sterben

Claudia am 14. Mai 2013 — 3 Kommentare

Die Auslöschung: das Mittel zum Abtreten und ein juristisches Problem

Menachem hat in den Kommentaren zum Artikel „Mein Problem mit diesem Blog“ ein Thema angesprochen, das mich zu einem weiteren Beitrag inspiriert:

„…woher hat der Brandauer in dem Film “Die Auslöschung” das “erlösende” Pulverschen herbekommen, das er sinnigerweise hinter dem Seneca Buch deponierte?“

Für alle, die den Film nicht kennen: Brandauer spielt einen alternden Literaten (Lemden), der im wesentlichen „im Wort“ lebt. Die Diagnose „Alzheimer“ bedeutet für ihn, dass er alles verlieren wird, was er für sein Leben als wichtig und lebenswert erachtet. Den zunehmenden Zerfall zeigt der Film auf eindrückliche Weise, auch die neue Liebesbeziehung hilft darüber nicht hinweg: irgendwann erkennt der Kranke seine Lebensgefährtin nicht einmal mehr. Weiter → (Die Auslöschung: das Mittel zum Abtreten und ein juristisches Problem)

Claudia am 16. Oktober 2012 — 18 Kommentare

Zum Recht auf ärztlich begleiteten Freitod

Auf dieses Thema stoße ich immer wieder – kein Wunder, ist es doch aus meiner Sicht nicht befriedigend gelöst, ganz im Gegenteil.
Über einen Kommentar fand ich nun heute das Blog aelterwerden.eu, in dem der Autor (selber Arzt) in einem Beitrag zum Thema „Lebensende – Sterben“ schreibt:

Ich vertrete die Meinung, dass kein Mensch, nicht wir Ärzte aber auch nicht der Patient selbst das Lebensende herbeiführen darf. Weiters liegt Folgendes in meinem Verständnis: So wie Menschen keinen Lebensbeginn bestimmen können, dürfen Menschen auch ein Lebensende nicht bestimmen – auch nicht das eigene Lebensende.

Eine Begründund dieser Meinung vermisse ich im Text, der diesem Statement folgt. Bzw. es werden rein verfahrenstechnische Bedenken formuliert, ohne diese weiter zu begründen: Weiter → (Zum Recht auf ärztlich begleiteten Freitod)

Claudia am 02. Oktober 2012 — 17 Kommentare

Dirk Bach ist tot. Alleine wohnen ist lebensgefährlich.

Ja, das ist mir zu dieser traurigen Nachricht eingefallen: Der erst 51-Jährige ist in seiner Berliner Wohnung tot aufgefunden worden, als er nicht zu einem wichtigen Theater-Termin erschien und Kollegen ihn suchten. Die Todesursache ist noch unbekannt.

Immer mehr Menschen wohnen alleine, in Berlin ist es sogar die Mehrheit:

Bei stabiler Einwohnerzahl gibt es immer mehr Haushalte in Berlin. Ein Grund dafür: Im Jahr 2006 gab es in Berlin 53 % Single-Haushalte, 2003 gab es erstmals mehr Ein- als Mehr-Personen-Haushalte. Hinter dieser Entwicklung steht auch eine weitgehende Differenzierung der Lebensstile. Singles sind, entgegen der öffentlichen Wahrnehmung, nicht nur jung, sondern oft auch alt. (Quelle: berlin.de)

Wohnt man alleine, ist niemand da, wenn plötzlich der Herz- oder Hirnschlag kommt. Viele könnten vermutlich gerettet werden, wäre da jemand in der Wohnung, der mitbekommt, was los ist. Und das gilt nicht nur für alte Menschen, schließlich treffen diese Phänomene zunehmend auch Jüngere – und Dirk Bach war ja nun nicht wirklich ALT. Weiter → (Dirk Bach ist tot. Alleine wohnen ist lebensgefährlich.)

Claudia am 06. April 2012 — 4 Kommentare

Komm, schöner Tod! Vom Sterben als Event

Schon im Vorfeld der Ausstrahlung dieses beeindruckenden Fernsehfilms hatte es Kritik am späten Sendeplatz 22.15 gegeben. Hatte das ZDF Angst vor der eigenen Courage, das Thema „aktive Sterbehilfe“ zur Primetime zu bringen? Immerhin ist er jetzt in der Mediathek, allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr morgens abrufbar.

Das Drama zeigt Berlin in der nahen Zukunft. Zahlreiche demente Alte irren durch die Straßen und werden von mobilen Hilfsdiensten „eingesammelt“. Die Pflegeheime sind überlastet: gerade noch 15 Minuten Zeit pro Mensch und Tag kann die Gesellschaft finanzieren. Dauermedikamentierung, Beruhigungsspritzen, wenn jemand ausrastet, nächtliche Fixierung – das ganze Elend wird gezeigt, sowohl in Heimen als auch dort, wo noch ein Angehöriger pflegt. Weiter → (Komm, schöner Tod! Vom Sterben als Event)

Claudia am 19. Januar 2012 — 13 Kommentare

Was wir am Ende des Lebens bereuen

Über die Süddeutschen Zeitung fand ich den Bericht der Krankenschwester Bronnie Ware, die seit vielen Jahren Menschen beim Sterben begleitet. Sie beschreibt die Gefühle, die alle durchmachen, die dem sicheren Tod entgegen sehen: Verdrängung, Angst, Reue, mehr Verdrängung – und schließlich Akzeptanz des Unabweisbaren. Jeder einzelne, sagt Bronnie, habe am Ende seinen Frieden gefunden.

Die Sterbenden haben ihr auch erzählt, was sie im Rückblick auf ihr Leben am meisten bereuen. Da alle, die diesen Artikel lesen, noch recht lebendig sind, lohnt es, die Punkte genauer zu betrachten: Weiter → (Was wir am Ende des Lebens bereuen)

Claudia am 13. Mai 2011 — 31 Kommentare

Angst vor Kontrollverlust – zum Tod von Gunther Sachs

Freitod - ein mutiger Akt?Ein mutiger Schritt, alle Achtung! So kommentierten etliche Freunde und Bekannte den Freitod von Gunther Sachs, der sich letzte Woche aufgrund erster Anzeichen der Alzheimer-Krankheit erschossen hat. In seinem Abschiedsbrief schrieb er:

„Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.“

Gunther hat sich die Diagnose offenbar selber gestellt und ist nicht mal zum Arzt gegangen, um die „Alzheimer-These“ zu verifizieren. Er bemerkte wachsende Vergesslichkeit und eine Verschlechterung seines Sprachschatzes – ja du meine Güte, da müsste ich mich auch erschießen, schon mit 56! Denn es passiert mir zunehmend häufiger, dass ich einen Begriff, irgend ein wohl bekanntes Wort nicht gleich erinnere – und ja, das verzögert sogar manchmal die Konversation um Bruchteile von Sekunden. Weiter → (Angst vor Kontrollverlust – zum Tod von Gunther Sachs)

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