Thema: Tod und Sterben

Claudia am 13. Mai 2011 — 31 Kommentare

Angst vor Kontrollverlust – zum Tod von Gunther Sachs

Freitod - ein mutiger Akt?Ein mutiger Schritt, alle Achtung! So kommentierten etliche Freunde und Bekannte den Freitod von Gunther Sachs, der sich letzte Woche aufgrund erster Anzeichen der Alzheimer-Krankheit erschossen hat. In seinem Abschiedsbrief schrieb er:

„Der Verlust der geistigen Kontrolle über mein Leben wäre ein würdeloser Zustand, dem ich mich entschlossen habe, entschieden entgegenzutreten.“

Gunther hat sich die Diagnose offenbar selber gestellt und ist nicht mal zum Arzt gegangen, um die „Alzheimer-These“ zu verifizieren. Er bemerkte wachsende Vergesslichkeit und eine Verschlechterung seines Sprachschatzes – ja du meine Güte, da müsste ich mich auch erschießen, schon mit 56! Denn es passiert mir zunehmend häufiger, dass ich einen Begriff, irgend ein wohl bekanntes Wort nicht gleich erinnere – und ja, das verzögert sogar manchmal die Konversation um Bruchteile von Sekunden. Weiter → (Angst vor Kontrollverlust – zum Tod von Gunther Sachs)

Menachem am 01. März 2011 — 4 Kommentare

Vom Freitod und den Grenzen der Freiheit

Vielleicht mag auch hier der Wohlhabende einen größeren Entscheidungsspielraum haben als der normal „Sterbliche“. Das Ehepaar Brauchitsch konnte es sich jedenfalls leisten, wie die Tochter seinerzeit erklärte, zum für sie „geeigneten“ Zeitpunkt zu gehen, nämlich im September 2010.

Und ich?
1983 wechselte ich in die Selbstständigkeit. Nach Jahren des Aufbaus begann ich, für meine spätere Rente einzuzahlen. Zu dieser Zeit waren, wie für alle, die keinen Bock auf komplizierte Konstrukte hatten, die bevorzugten Modelle Lebensversicherungen. Ein großer Nachteil dieser Rentenmodelle für Selbstständige ist, das sie „beliehen“ werden können, was in sich schon ein Systemfehler ist. Denn genau diese Zielgruppe ist oft von einer stark schwankenden Liquidtität betroffen war und nicht immer stehen die Banken Gewehr bei Fuß, solche Phasen zu überbrücken. Nun, irgendwann war diese Rente also fort, was mir seinerzeit aber auch keine schlaflosen Nächte einbrachte. Weiter → (Vom Freitod und den Grenzen der Freiheit)

Claudia am 18. Februar 2011 — 3 Kommentare

Sterbehilfe-Debatte: Deutsche Hospizstiftung hält Ärzte für empathische Nullen

Das geht jedenfalls aus einer Stellungnahme des Geschäftsführers Eugen Brysch hervor, die mir in der TAGESSCHAU vom Donnerstag schier die Sprache verschlagen hat!

Es geht um die Lockerung der Standesregeln der Bundesärztekammer in Sachen Sterbehilfe, die nun lediglich feststellen, dass die Mitwirkung des Arztes bei der Selbstötung keine Aufgabe des Arztes sei. Die vorherige Formulierung, die Sterbehilfe widerspreche ärztlichem Ethos und könne strafbar sein, wurde gestrichen.

Herr Brysch kritisierte die neue Richtlinie mit dem Argument, der Arzt würde bei der schwierigen Entscheidung weiterhin alleine gelassen,

„denn er steht jetzt im Dilemma: Wie soll er entscheiden als praktischer Arzt, wann ein Leiden so unerträglich ist, dass er diesen Patienten bei der Selbsttötung unterstützen soll?“

Ja Himmel nochmal, was erwartet er denn da an Vorgaben? Und WER außer dem Sterbenden selbst kann denn nach welchen Kriterien und mit welchem Recht entscheiden, was UNERTRÄGLICH ist? Weiter → (Sterbehilfe-Debatte: Deutsche Hospizstiftung hält Ärzte für empathische Nullen)

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