Claudia am 18. Februar 2011 — 3 Kommentare

Sterbehilfe-Debatte: Deutsche Hospizstiftung hält Ärzte für empathische Nullen

Das geht jedenfalls aus einer Stellungnahme des Geschäftsführers Eugen Brysch hervor, die mir in der TAGESSCHAU vom Donnerstag schier die Sprache verschlagen hat!

Es geht um die Lockerung der Standesregeln der Bundesärztekammer in Sachen Sterbehilfe, die nun lediglich feststellen, dass die Mitwirkung des Arztes bei der Selbstötung keine Aufgabe des Arztes sei. Die vorherige Formulierung, die Sterbehilfe widerspreche ärztlichem Ethos und könne strafbar sein, wurde gestrichen.

Herr Brysch kritisierte die neue Richtlinie mit dem Argument, der Arzt würde bei der schwierigen Entscheidung weiterhin alleine gelassen,

„denn er steht jetzt im Dilemma: Wie soll er entscheiden als praktischer Arzt, wann ein Leiden so unerträglich ist, dass er diesen Patienten bei der Selbsttötung unterstützen soll?“

Ja Himmel nochmal, was erwartet er denn da an Vorgaben? Und WER außer dem Sterbenden selbst kann denn nach welchen Kriterien und mit welchem Recht entscheiden, was UNERTRÄGLICH ist? Weiter → (Sterbehilfe-Debatte: Deutsche Hospizstiftung hält Ärzte für empathische Nullen)

Claudia am 01. Februar 2011 — 7 Kommentare

Von Körper und Geist, Identität und Alter

Wer bin ich? Bin ich „Seele“, die in einem Körper wohnt und erstaunt oder erschrocken bemerkt, wie dieser langsam aber sicher altert? Diese uralte, aber gleichwohl immer noch als wahr „gefühlte“ Sicht der Dinge lässt uns glauben, wir könnten – mal angenommen eine gute Märchenfee würde uns das anbieten – eine solch‘ wundersame Verjüngung des Körpers verlustfrei überstehen. In den Geschichten vom „Jungbrunnen“ findet sich diese Idee ebenfalls: von jetzt auf gleich wieder zwanzig oder dreißig sein – wäre das nicht toll?

Lukas Cranach: der Jungbrunnen

Angenommen, die Märchenfee würde mir tatsächlich erscheinen: mit meinem heutigen Bewusstsein würde ich das Angebot wohl abschlagen – es sein denn, ich litte große Schmerzen, wäre unrettbar krank und gebrechlich. (Mit der eigenen Schwäche muss man ja immer rechnen).

Ich bin der Körper, ich „habe“ ihn nicht nur

Warum? Weil ich nicht mehr glaube, dass meine Seele nur im Körper wohnt. Weil ich weiß und jeden Tag erlebe, dass ich (auch) der Körper bin. Morgens kann ich z.B. sehr gut schreiben: es fällt mir viel ein, die Sätze fließen mühelos in die Tasten. Spätnachmittags wird das zäher und eher mühsam – ein kreatives Tief, die Energie ist irgendwie weg. Tageszeiten, Jahreszeiten, Krankheiten, jede Veränderung des Körperbefindens einschließlich derjenigen, die man dem Altern zurechnet, verändert mich – nicht nur „den Körper“. Weiter → (Von Körper und Geist, Identität und Alter)

Claudia am 25. Januar 2011 — 1 Kommentar

Die Kunst des Alterns in der Literatur

Eine wahre Fundgrube interessanter Zitate rund ums Thema „Altern“ findet sich auf einer übersichtlichen, aufs angenehmste navigierbaren Themenseite des Leipziger Bücherleis zur „Kunst des Alterns“.

Anstatt nun irgend etwas aus dieser anregenden Zusammenstellung erneut zitierend zu übernehmen, serviere ich hier statt dessen eine ganze Reihe Direkt-Links zu den Textschnipseln, deren Überschriften mich zum Lesen reizen – und vielleicht ja nicht nur mich:

Lebenszeit, Lebensgefühl | Beginnendes Alter | Stolpersteine des Alters | Der Geruch des Alters | Endstation Pflegeheim | Über 70 | Der Ernst des Alters | Die Zeit aufhalten | Grenzalter und Pufferzone | Adrenalin in alten Adern | Forever Young | Das Knacken des seelischen Rückgrates | Fünzig Jahre alt! | Verlust von Eigenschaften | Unliebsame Zeugenschaft | Sportlicher Rückzug | Gruftgeneration | Dumme Angewöhnung | Verengter Horizont | Zu müde, um weiterzukraxeln | Altersfrei | Jugend und Alter | Mühe bis in den Tod | Ein Rückzug | Über die Generationen hinweg | Altersdemenz | Schutzringe | In Knospen ausbrechen | In den Wechseljahren | Zusammenschrumpeln | Nichts Gutes daran.

Banner Leipziger Bücherlei zur Themenseite Kunst des Alterns.

Claudia am 14. Januar 2011 — 5 Kommentare

Mrs. Robinson – ja warum nicht?

Der berühmte Song zur Geschichte einer älteren Frau (Anne Bancroft als Mrs.Robinson), deren junges, männliches „Opfer“ von Dustin Hoffman im Film „die Reifeprüfung“ von 1967 spitzenmäßig gespielt wurde.

Das war der Anfang. Der Beginn einer Ära, in der auch das Gegenteil des durchaus Üblichen (=älterer Mann mit junger Frau) denkbar wurde. Im Jahr 2011 ist eine solche Beziehung immerhin kein „Skandal“ mehr – so ganz normal ist sie aber auch noch nicht.

Claudia am 12. Januar 2011 — 4 Kommentare

Zwischenbemerkung und ein bisschen Linkliebe

Seit dem Jahreswechsel ist dieses Blog nun „halb-öffentlich“: ich hab‘ es im Digital Diary verlinkt, ab und an einen Artikel getwittert, aber noch nicht für Suchmaschinen geöffnet.
Einfach aus Neugier, wie sich so ein Projekt entwickelt, wenn man erstmal nur auf Menschen statt Algorithmen setzt.

Und ja: es finden sich auch so erste Leser/innen ein, derzeit so 70 bis 90 pro Tag. Das liegt nicht allein an meinen Hinweisen, sondern an der Unterstützung, die Andere diesem Blog per Link oder Erwähnung angedeihen lassen. Herzlichen Dank, das freut mich sehr!

  • Da ist z.B. Christa mit ihrem Blog Ver-rueckt.net. Sie schreibt dort gar nicht so verrückte Artikel, kürzlich auch einen zum Thema Altern: Halbzeit.
  • Auch Klaus-Peter vom Fressnet-Blog hat die „Kunst des Alterns“ erwähnt und verlinkt. Das Blog und die vielen Seiten drumrum sind eine interessante Anlaufstelle zu allen Themen rund ums Abnehmen.
  • Mylo war eine der ersten, die zur Bekanntmachung meines neuen „Webkinds“ beigetragen haben, indem sie es in ihrem Forum für Frauen ab40 erwähnt hat. Von Mylo gibts auch das schöne Gartenblog „Spiegelbilder“, das ich immer wieder gerne besuche.
  • Menachem vom Gemeinsamleben-Weblog hat einen langen Gastartikel mit dem Titel Unvollkommenheit beigesteuert, in dem er die Frage stellt, ob es auch menschliche Beziehungen ohne jeden Eigennutz gibt. Und die „Kunst des Alterns“ steht jetzt auch in seiner Sidebar – wow!
  • Dostoevskij‘ hat der Neuerscheinung einen kommentierten Link auf seinem Lese- und Lebensnotizblog Bücherlei Miszellen gewidmet. Und auch noch im Klassikerforum einen Hinweis gesetzt – 1000 Dank!
  • Ulli (MiaZuhl) übernimmt gelegentlich Anreisser hiesiger Artikel in „The Ulli Zeon Daily“ – eine Art Webmagazin, das täglich von Ulli und 34 Twitterern zusammen gestellt wird. (Was aus diesem tollen Mach-deine-eigene-Zeitung-Tool wird, wenn das Leistungsschutzrecht entgegen aller Vernunft durchkommen sollte, kann man sich denken!)
  • Ari Seth Cohen von Advanced Style hat mir freundlicherweise gestattet, mich bei seinen tollen Bildern alter Menschen in extravaganter Kleidung zu bedienen. So hatte dieses Blog auch mal tolle Fotos.
  • Über einen Sidebar-Link auf Wildgans’s Weblog freu ich mich ebenfalls sehr. Thema sind dort ‚Lese- und Lebensdinge‘ – hilfreiche Zitate, Überlegungen, Beobachtungen, Fragen und Antworten. Ein Blog, für das man sich gerne Zeit lässt! (Von der „Wildgans“ kam auch der Tipp, der zum Artikel über die Mode alter Menschen führte!)

Nicht vergessen will ich auch diejenigen, die meine Tweets auf Twitter weiter getweeted oder mir Tipps gegeben haben, z.B.: Themen_Netz, tradem, bibauski. Und dann sind da noch Menschen, die auf Facebook, in ihren Google-Readern und sonstwo in den „sozialen Medien“ dazu beitragen, dass der eine oder andere Artikel hier Leser findet. Es ist unmöglich, alles mitzukriegen, also mögen sich bitte alle auch ohne gesonderte Erwähnung gemeint fühlen: Herzlichen Dank!

Ob ich für dieses Blog einen eigenen Twitter-Account einrichte, weiß ich nocht nicht. Wer mag, kann so lange meinem „allgemeinen“ Kanal Humanvoice folgen.

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Bild: ©Gerd Altmann / pixelio.de

Claudia am 11. Januar 2011 — 4 Kommentare

My Generation – der Chor der Alten fetzt richtig los

„People tried to put us down…“ – so beginnt der berühmte Song der Who, mit dessen Cover-Version die älteste Rockband der Welt, die „Zimmers“ einen Riesenerfolg landeten. 50 Rentner/innen aus verschiedenen Altersheimen gruppierten sich um den 90-jährigen Leadsänger Alf Carretta (1917 – 2010) und stürmten im Sommer 2007 die englischen Charts.

Mit dem Song wollen die Sänger, die zusammen über 3700 Jahre alt sind, auf Isolation und Ausgrenzung alter Menschen aufmerksam machen. Sämtliche Erlöse auch den Aufnahmen und Auftritten fließen in Projekte der Altenhilfe.

Hier gehts zur Homepage der fidelen Truppe.

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