Thema: Altern allgemein

Claudia am 27. April 2016 — 4 Kommentare

Ein lehrreicher Erstbesuch im Pflegeheim

Um halb drei nachmittags betrete ich das Pflegeheim, das erste, das ich von innen sehe. Ich besuche Frau M., die Verwandte eines lieben Freundes, die hier seit einigen Wochen lebt, nachdem sie im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt nicht mehr zurück in ihre Wohnung konnte. Das Pflegeheim macht einen sauberen Eindruck, im Eingangsbereich tönt leise Musik aus einem Radio – und so sieht es da aus:

Pflegeheim

Das Haus wirkt von der Einrichtung und den Räumlichkeiten her wie ein Krankenhaus mit etwas mehr Deko. Und mehr Ruhe, trotz der Musik. Vor dem weiteren Vordringen in das ziemlich unbelebt wirkende Gebäude dsinfiziere ich mir die Hände am dafür vorgesehenen Spender. An der Wand ein Schild: „Wir freuen uns auf Ihre Meinung!“ und Formulare zum Ausfüllen. Weiter → (Ein lehrreicher Erstbesuch im Pflegeheim)

Claudia am 17. März 2016 — 0 Kommentare

Die Schönheit des Alters ist Harmonie

Ist das nicht ein wunderschönes Portrait? So würde ich als Hochbetagte auch gerne aussehen!

Und ich hab dabei an all die Frauen gedacht, die sich mit 40, 50, 60 im Gesicht herum schnippeln und spritzen lassen: Wangen polstern, Falten unterspritzen, Lippen aufplustern – wie das dann alles im höheren Altern nicht mehr zusammen stimmt! Weil ja alles Künstliche nicht mit altert, das Drumrum aber schon.

Diese alte Frau ist dagegen mit all ihren Falten schön – weil es eben harmonisch ist und passt!

Claudia am 29. September 2015 — 3 Kommentare

Verkrüppelte Füße sind nur „anders schön“

Im Blogpost „Frau Ilse hat die neunzig überschritten“ zitiert die „Wildgans“ in einer Rezension des neuen Buchs von Ilse Helbich (Jg. 1923) die Autorin mit den Worten:

“Die unglaubliche Hässlichkeit des Alters. Ekelerregend die verkrüppelten, schwieligen Füße, eine Karikatur meiner selbst: der neue Watschelgang.”

alte Füße

„Karikatur meiner Selbst” – dieser kurze Passus inspiriert mich. Denn: was macht denn das “Ekel Erregende” aus? Doch eigentlich nur, dass wir uns damit identifizieren und das, was ist, mit einem Idealbild vergleichen und in Grund und Boden kritisieren. Gar nicht so anders übrigens als junge Menschen, die vieles an sich “nicht ok” finden, obwohl sie doch straff/jung/faltenslos sind.

Ich kannte mal jemanden, der mit Behinderten arbeitete: ein sehr engagierter sympathischer Mensch. Im einigermaßen entspannten / angstfreien / = berauschten Zustand begann er eines Abends, von den Interessantheiten und Schönheiten seltsamer körperlicher Abweichungen zu schwärmen… Und nein, nicht in einem verkorkst erotischen Sinn, sondern mit einem ästhetischen Blick.

Ein runzliges Gesicht ist so gesehen nur “anders schön” – genau wie die “die verkrüppelten, schwieligen Füße”.

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Foto: Laurin Rinder – fotolia.com

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